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Auswirkungen auf die Wärmebehandlungsbranche

Ab spätestens 2030 sollen nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden. Der Bundesrat plant somit, dass auf Dauer die Verbrennungsmotoren von den Straßen verschwinden. Aber welche Auswirkungen hat das auf die Wirtschaft? Welche Auswirkungen hat dieser Beschluss auf uns – auf die Wärmebehandlungsindustrie?

Das Ende des fossilen Zeitalters naht. Erneuerbare Energien gewinnen immer mehr an Bedeutung und läuten langsam aber sicher das Ende einer Ära ein. Wie schnell ein solcher Strukturwandel geschehen kann, zeigen zwei Bilder von der Fifth Avenue am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Innerhalb von 13 (!) Jahren wurde das bis dahin unumstrittene Verkehrsmittel, die Pferdekutsche, komplett durch Kraftfahrzeuge verdrängt! Ein „ähnliches“ Bild könnten auch unsere Straßen abgeben, denn in genau 13 Jahren sollen laut Bundesrat keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden.

Auswirkungen auf eine ganze Industrie

Eins sei vorweg gesagt: Meine Interviewpartner und ich beziehen uns hierbei lediglich auf die Branche der Wärmebehandlungsindustrie. Natürlich ist auch eine Vielzahl weiterer Industriesparten betroffen – jedoch beschränken wir uns zunächst einmal nur auf den uns betreffenden Industriezweig.

„Die Entwicklung zu E-Mobilität geht ganz klar weiter und was ebenfalls fest steht ist, dass es Konsequenzen für die Branche geben wird“, stellte Dr. Winfried Gräfen, Technischer Direktor der HANOMAG Lohnhärterei, klar. „Eine komplette Branche muss sich also auf einen Strukturwandel einstellen, denn ein Elektromotor hat viel weniger gehärtete Bauteile.“, so Dr. Gräfen weiter.
Aber muss jetzt die komplette Branche um ihre Existenz fürchten?

Dazu lohnt sich ein Blick auf Prognosewerte:

2015 2020 2025 2030
Fahrzeug-Neuzulassungen  (weltweit) 86 Mio. 102 Mio. 110 Mio. 120 Mio.
Verteilung Nach Motor Typ
Verbrennungsmotor 97% 86% 68% 48%
Hybridmotor 2,5% 12% 26% 39%
Elektromotor 0,4% 2% 6% 13%

(Quelle: Prognosen von ZF Friedrichshafen, vorgestellt auf der Getpro 2017, Kongress zur Getriebeproduktion)

An diesen Zahlen wird deutlich, dass sich der internationale Markt bis 2030 zugunsten des Elektromotors verschiebt. Sowohl in relativen als auch in absoluten Zahlen nimmt die Anzahl der Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren ab. Eine Branche wird sich also jetzt schon umstellen müssen um in Zukunft bestand zu haben.

Veränderung? Ja! – Angst? Nein!

„Diese Zahlen relativieren aber auch ein Stück weit die Schlagzeilen und Ängste.“, merkte Herr Dr. Ing. Jörg Kleff, Leiter des Härterei- und Werkstoffkreises Bodensee der AWT, an.  Denn in 2030 werden noch ca. 50% der Fahrzeuge mit einem konventionellen Verbrennungsmotor, ca. 40% werden mit einem Verbrennungsmotor mit zusätzlichem Elektromotor (Hybridmotor) und lediglich 13% werden durch einen reinen Elektromotor neu zugelassen werden.

Bis 2030 wird die Wärmebehandlungsbranche definitiv gebraucht und eine gesunde Auftragslage generieren.
„Sollten ab 2030 jedoch nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden, würde der Bedarf an gehärteten Teilen massiv sinken – jedoch nicht gänzlich verschwinden. Ersatzteile für Pkw mit Verbrennungsmotoren, sowie Wellen und Planetenradsätze für Elektroantriebe müssten weiterhin gehärtet werden.“, fügte Herr Dr. Ing. Jörg Kleff an.

Die Branche sollte also früh genug anfangen umzudenken – beängstigend ist die Entwicklung nicht und es ist auch noch genug Zeit zu reagieren. In 13 Jahren wird es den Ottomotoren zwar nicht wie der Pferdekutsche damals auf der Fifth Avenue ergehen – jedoch sollten wir gewarnt sein!

Diskussion

Was denkt ihr? Wird es eine „knallharte“ Linie geben und das Zulassungsverbot ab 2030 durchgezogen werden? Wird es Übergangsfristen geben? Oder trägt die momentane Diskussion über ein Verbot von Dieselfahrzeugen in deutschen Großstädten dazu bei, dass das ganze Konzept der „Verbannung von Verbrennungsmotoren“ noch einmal überdacht wird?

Wir sind auf eure Meinungen gespannt!

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